GESCHICHTE

Wenn Sie den Koffer packen, vergessen Sie nicht Ihre Kamera! In Priego werden Sie viele Ecken und Winkeln, wo Zeugnisse der vergangenen Kulturen und ihres reichlichen Erbe sich verstecken, entdecken. 

Dieser Winkel nimmt einen wichtigen Platz in den Sierras Subbéticas ein und hat für zumindest 100.000 Jahre bewohnt gewesen.

Im Historischen Stadtmuseum gibt es einen Querschnitt der materiellen Kultur als Ergebnis dieser tausendjährigen Entwicklung. Dort werden wichtige Funde des Paläolithikums, Neolithikums, Metallzeitalters, Altertums und Mittelalters aufgestellt.

Die Geschichte unseres Dorfes kann man nicht isoliert verstehen, weil die herausragendste Ereignisse des mediterranen Kulturraumes darauf eingewirkt haben. Es gibt zahlreiche prähistorische Funde, die über seiner Vergangenheit sprechen. Die Älteste datieren aus dem Mittelpaläolithikum und gehören zum Moustérien, das vor rund 120.000 Jahren begann und bis vor etwa 40.000 Jahren dauerte. 

Es gibt auch eine jüngste sehr reiche Prähistorie (Neolithikum – Bronzezeit), die die Urgeschichte vorangeht. Sie gipfelt im Prozess der Romanisierung, die uns zahlreiche kulturelle Nachweise und mehr als Hundert archäologische Fundorte vermacht hat. Es waren aber die Muslime, die die Ortschaft gründeten und sie mit all seiner Pracht uns vermachten. 

Mitte des 9. Jh. hieß die Ortschaft Medina Baguh und als Hauptstadt eine der „coras“ oder muslimische Provinzen nahm sie eine besondere Rolle bei den Kämpfen zwischen den Emiren von Córdoba ein. Im Jahr 889 verwandelte sie sich im Zentrum der militärischen Operationen von Ibn Mastana. Er gehörte zu den führenden Köpfen des Aufstands und hatte sich selbst zum Herrn von Priego und Luque ernannt. 

Wenn das Kalifat von Córdoba verschwand, wurde Priego erstens zum ziridischen Königreich von Granada einverleibt und Mitte des 12. Jh kam es unter dem Herrschaft der Almoraviden und Almohaden. Er gehörte später zum Nasriden Königreich. 

Im Jahr 1225 ließ Ferdinand III. Jaén frei und erreichte Priego über Alcaudete. Er nahm die Ortschaft am dritten Tag an und übertrug sie Mitte des 13. Jh. dem Kalatravaorden. Im Jahr 1341 gelang Alfons XI. die definitive Eroberung der Ortschaft. Er stellte die Einwohner von der Zahlung von Angaben wie der Brückenzoll frei, um die Wiederbevölkerung der Ortschaft zu erlangen. 

In 1370 ging Priego in dem Besitz des Hauses Aguilar über und kam damit unter der Herrschaft von Gonzalo Fernández de Córdoba durch Übergang von Heinrich II. von Kastillien. 

Im Jahr 1501 ernannten die Katholische Könige Pedro Fernández de Aguilar ersten Markgraf von Priego. Damit trat die Ortschaft in einer expansiven Etappe, während deren viele öffentliche Gebäude wie das Casa del Cabildo (Rathaus), das Gefängnis, das Getreidesilo und die Carnicerías Reales (Königlicher Schlachthof) errichtet wurden. Die Wallfahrtskirche von San Nicolas wurde wieder aufgebaut und die Kirche von San Esteban (heutzutage San Francisco) wurde gebaut. 

Während des 17. Jh wurden alle Morisken, die in dem Viertel Puerta Granada wohnten, vertrieben. Nach Aussage des Gemeinderates waren sie 3.000 Menschen. Diese Tatsache trug zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage bei. Sie war sehr schlecht, weil seit Beginn des Jahrhunderts die Einwohner die Verkaufssteuern bezahlen mussten. Kraft eines Vertrages, der mit dem König Philipp III. geschlossen wurde und in 1617 von Philipp IV. ratifiziert wurde, erwarb die Ortschaft für 130.000 Dukaten das Recht, die Verkaufssteuern zu erheben. In 1650 und 1680 gab es zwei Epidemien von Pest. 

Im Jahr 1705 nahm die Ortschaft in dem Erbfolgekrieg und in der Verteidigung von Gibraltar teil und in 1711 geriet sie unter der Herrschaft des Herzogs von Medinaceli. Es folgte eine Epoche wirtschaftlicher Prosperität, weil die Ortschaft in einen der Zentren der spanischen Seidenherstellung verwandelte. 

Der Taft und der Samt aus Priego wurden in weiten Teilen Spaniens, Frankreich und in dem Westindien verkauft. Der Barock erreichte die Kapellen und Tempel. Am Ende des 18. Jh. gab es eine große Wirtschaftskrise wegen der Verschlechterung der Hervorbringung von Maulbeerbäume, des Steuers und der Konkurrenz der Baumwollstoffeindustrie. 

Dieser wirtschaftlichen Aufschwung des 18. Jh. steht im Gegensatz zur Knappheit des 19. Jh.. Das Verschwinden der Innungen und die Wechselfälle des Nation, die Invasion der Französischen, die liberale Wirrnis und die Parteikämpfen provozierten eine große politische Instabilität und die Privatisierung. 

Die Dörfer Almedinilla, Fuente Tójar und Castil de Campos, das später im Gemeindebezirk sich wieder eingliederte, empanzipierten sich in 1843. 

In 1881 verlieh Alfons XII. an Priego das Titel von "Stadt" wegen dem Bevölkerungszuwachs, der Agrarbedeutung und der Unterstützung der parlamentarischen Monarchie. Am herausragenste des Jahrhunderts war vielleicht die Geburt von drei Söhnen der Stadt: Niceto Alcalá-Zamora y Torres (1877-1949), erster Präsident der Zweiten Spanischen Republik; Adolfo Lozano Sidro (1872-1935), Sittenmaler; oder José Álvarez Cubero (1768-1827), klassizistischer Bildhauer. 

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhundertes hatte der Stadt 17.000 Einwohner. In den 20er Jahre erschien eine wichtige industrielle Textilproduktion, die Satins, Drilliche und Leinwände herstellte. Sie begann in den 60er Jahre zu verschwinden und hat sie sich in Industrien der Konfektion umstrukturiert. 

Heutzutage sind die Hauptstützen der Wirtschaft in Priego die Textilindustrie, die Landswirtschaft, deren Flaggschiff-Produkt ist das natives Olivenöl extra mit Herkunftsbezeichnung Priego de Córdoba, und den Tourismussektor und sein großes kulturelles, architektonisches, gastronomisches und natürliches Angebot.